Gourmeet me

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Unser kulinarisches Projekt

Gourmet sein kann jeder. Doch am meisten Spaß macht das, wenn Mann oder Frau diese Leidenschaft mit jemandem teilen kann. Daher wollen wir euch zeigen, wie einfach kochen ist. Klingt eigentlich ganz leicht oder? Kochen ist aber weitaus mehr als nur etwas in einen Topf oder eine Pfanne werfen. Lebensmittel zu verarbeiten hat sehr viel mit einem Handwerk der Sinne zu tun - Man schmeckt, riecht, sieht, hört und tastet. Und wenn man dieses Gefühl nun mit jemandem teilt, macht das die ganze Sache umso spannender. Daher begeben wir uns mit euch auf eine Reise der Kulinarik - Mit vielen interessanten Themen, Persönlichkeiten und Rezepten.

Reisetbauer Brand: Wo Frucht zu Brand wird

Gourmeet me meets youPosted by Admin Mon, July 17, 2017 11:05:15


Manche Menschen haben ja nicht so ein gutes Verhältnis zu Schnaps. Kein Wunder. Erwischt man zu viel eines qualitativ-schlechten Schnaps, bereut man es spätestens am nächsten Tag. Schnaps ist aber nicht gleich Qualitätsbrand – das sollte man unbedingt wissen. Weit weg von billigem Fusel bewegen sich die Reisetbauer Brände, die Frucht steht im Vordergrund und nicht der Alkohol. Weil wir von Gourmeet me total neugierig sind und von Pressemitteilungen nicht unbedingt die beste Meinung haben, haben wir persönlich beim Reisetbauer in Axberg angeklopft – und Hans Reisetbauer jun. hat uns aufgemacht.


Idylle soweit das Auge reicht

Schön ist es ja in Axberg. Zugegeben, wenn man keine Landidylle mag, dann nicht. Aber wir mögen das ja. Und noch lieber mögen wir, wenn sich der Sohnemann des Hauses auf dem Familiengut auskennt. Hans Reisetbauer jun. (im weiteren Text Hansi) folgt seinem Opa sowie Papa im Unternehmen nach, studiert hat er zuerst jedoch in Wien. Doch schon dort, hat er sich um das Marketing der Reisetbauer-Dynastie gekümmert. Heute hilft Hansi fleißig in der Landwirtschaft mit, er kennt das Gut in und auswendig. Was wir alles sehen wollen, fragt uns der Mitzwanziger. Am besten alles. So fangen wir bei den Obstbäumen an.


Vom Obst aus der eigenen Landwirtschaft

Die Birne ist der Schatz der Axberger, auf Plantagen der Familie wachsen etwa 13.000 Bäume der Sorten „Williams“, „Gute Luise“, „Rote Williams“ und „Dr. Guyot“. Ab drei Jahren tragen die Obstbäume. Je älter sie werden, desto resistenter sind sie. Hansi greift nach den Früchten, noch ganz zart hängen sie am Ast. „Wenn man die Birnen am Baum abzählen kann, ist das kein gutes Zeichen“, erklärt er uns. Damit meint er die schlechten Wetterbedingungen, den Frost. Schon das zweite Jahr mussten die Obstbäume mit der Kälte klar kommen. Ebenso die Äpfel für die Schnapsproduktion wachsen sprichwörtlich direkt vor der Haustüre der Brennerei, für die Zwetschgen muss man ein wenig weiter gehen. Obstsorten wie etwa Marillen kauft Familie Reisetbauer von ausgesuchten Partnern, das Weingut Ott ist beispielsweise solch einer. „So stellen die Landwirte genau die Qualität her, die wir brauchen“, setzt Hansi an, „und der Landwirt wird sicher seine Früchte los.“ Eine win-win-Situation für beide also.


Und wie ist das jetzt mit der Elsbeere? „Die Elsbeere ist sehr selten und teuer. Und der Baum trägt erst nach 30-40 Jahren Früchte.“ Ein kleiner Vergleich: da hätte man die Birne schon 27 Mal geerntet. Dabei erinnert der Geschmack der Elsbeere an Vogelbeere oder Schlehen, bei Reisetbauer lautet die Beschreibung des Brandes wie folgt: „Feines Duftbild mit Marzipan-Nougat-Mix, weiche Süße
und pikante Würze in reizvollem Wechselspiel; cremig-weich am Gaumen, angenehm nussige Würze, zartherbe Begleitung.“ So schön hätten wir es selbst nicht einmal schreiben können.


Zum Brand, der nicht nur nach Alkohol schmeckt

Von einem landwirtschaftlichen Betrieb zu einer der modernsten Brennereien Österreichs: Seit etwa 20 Jahren lebt und führt Hans Reisetbauer den Familienbetrieb. Durch die Qualität der Brände wurde das Unternehmen erst zu dem, was es heute ist. Und wie man diese erreicht, das haben wir uns im Schnelldurchlauf mit Hansi angesehen. Wichtig ist: Das richtige Wasser. Die Oberösterreicher verwenden für ihre Edelbrände nur reinstes Quellwasser. Mit kalkhaltigem Wasser, wie es in Tirol der Fall wäre, funktioniert das Ganze nicht. Dann kommt nur Reinzuchthefe zum gemaischten Obst, in den Gärtanks bleibt die Maische dann etwa 1 -2 Wochen. Anschließend geht’s auch schon zum Brennen in den Kupferkesseln – und dann ins Lager. In Holzfässern oder Stahltanks reift der Geschmack des Brandes aus, und auch in knappen Obst-Jahren lässt sich die Ware leichter händeln.

Der Geschmack der Frucht

Gekostet haben wir natürlich auch. Muss man ja, wenn man schon da ist. Doch wie trinkt man einen Edelbrand jetzt richtig? „Zuerst die Innenwand des Glases durch Schwenken benetzen, um die flüchtigen Aromastoffe freizusetzen. Diese kommen beim anschließenden Beriechen des Destillates besonders gut zur Geltung. Erst wenn ein umfassender Geruchseindruck gesammelt wurde, beginnt das eigentliche Kosten. Schlückchenweise wird der Fruchtbrand im Mund verteilt, bis der volle Geschmack zur Geltung kommt“, sagt der Reisetbauer. Ebenso die Temperatur zählt, von 18 – 21 °C wäre am besten.

Dann schmeckt man auch die Birne, den Apfel oder – kurios aber innovativ – die Karotte. Da der Hansi auch sein eigenes Ding machen wollte, hat er seine eigene Edelbrand-Marke geschaffen. BrANDSTATT heißt sie. Birne, Marille Zwetschge und Haselnuss sind erhältlich. Ganz zum Schluss zeigt uns Hansi noch einen der neueren Streiche des Hauses: Reisetbauer Gin – Blue Gin und Sloeberry – sowie Reisetbauer Axberg Vodka. Und Whisky, den gibt’s auch.






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Gourmeet me kocht: Wagyu-Burger mit selbstgemachten Wedges

FoodPosted by Admin Mon, July 03, 2017 11:34:59

Wagyu-Burger mit selbstgemachten Wedges

Schon einmal alleine gekocht? Macht sicher nicht sehr viel Spaß. Daher habe ich mir für den zweiten Gourmeet me-Videodreh auch Verstärkung geholt: Christina Steindl und Stefan Glantschnig. Beide super Köche, jung, kreativ und das Beste: Sie legen auch noch Wert auf die Qualität der Lebensmittel.
Was haben wir gekocht? Eigentlich nicht schwer zu erraten – steht ja immerhin in der Überschrift. Aber warum, das ist noch offen. Steak, Pasta ein traditionelles oder High-Class-Gericht standen auch noch auf der Liste. Irgendwie passten die aber alle nicht (3 Minuten wären für High-Class auch ein wenig begrenzt ...). Daher: Burger. Aber nicht „normale“ Burger – unsere sind mit Bio-Wagyu-Fleisch vom Hofer, selbstgebackenen Buns, mit ausgewählten Gewürzen der Spiceworld, leichter QimiQ-Sauerrahm-Kräutersauce, Homemade BBQ-Sauce, knackfrischen Tomaten, Zwiebeln und Salat, Heumilch-Käse und selbstgemachten Wedges mit Fleur de Sel. UND: Mit ganz viel Leidenschaft gemacht.

Wer jetzt denkt, das dauert doch ewig die selbst zu kochen, den muss ich enttäuschen: Bis auf das Brot sind Burger relativ schnell und einfach gemacht – alles für jeden und jede zu schaffen. Und nicht vergessen: Es geht doch auch ums gemeinsam Kochen, oder?

Hier geht’s zum Rezept (etwa 6 Burger, Saucen sind ein wenig mehr – können aber super aufbewahrt werden):

BURGER-BUNS

150ml Wasser

200ml Milch

2 EL Olivenöl

2 EL Kristallzucker

3 EL Bruschetta BBQ Gewürz (Spiceworld)

2 TL Salz

2 TL Trockenhefe

500g glattes Mehl

Sesam oder Gewürz zum Bestreuen

1. Milch, Öl und Wasser mischen und etwas erwärmen.

2. Alle anderen Zutaten vermischen.

3. Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten geben und zu einem homogenen Teig kneten.

4. Etwa 1 Stunde zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen.

5. Dann in gleichmäßige Teigstücke teilen und zu Buns formen.

6. Zugedeckt 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

7. Mit Wasser besprühen und mit Sesam bestreuen.

8. Die Brote müssen etwa 20 Minuten bei 175 °C (Umluft) im Ofen bleiben.

KARTOFFEL-WEDGES

500g Kartoffeln

70ml Olivenöl

Fleur de Sel-drei Pfeffer-Gewürzmischung (Spiceworld)

etwas gehackten Rosmarin

1. Kartoffeln waschen und in Spalten schneiden (gegebenenfalls zuvor schälen).

2. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen.

3. Mit Olivenöl, Salz und gehacktem Rosmarin mischen.

4. Und bei 175°C etwa 30 Minuten im Ofen lassen.

KRÄUTER-QIMIQ-SAUCE

150g QmiQ-Whip

100g Sauerrahm

Fleur de Sel-drei Pfeffer-Gewürzmischung (Spiceworld)

Versch. Kräuter (Schnittlauch, Petersilie, …)

etwas Zitronensaft

1. QimiQ aufschlagen.

2. Die restlichen Zutaten dazugeben und unterrühren.

3. Kalt stellen.

BBQ-SAUCE

1 große Zwiebeln

etwas Öl

4 EL brauner Zucker

50ml Whiskey

500 ml passierte Tomaten

Etwas Tomatenmark

2 EL Honig

2 EL Worcestersauce

3 EL BBQ DIY Gewürz (Spiceworld)

1 EL Chakalaka Gewürzmischung (Spiceworld)

etwas Petersilie.

1. Zwiebel fein hacken und in etwas Öl mit dem Zucker karamellisieren.

2. Anschließend mit dem Whiskey ablöschen.

3. Tomatenmark und passierte Tomaten dazugeben.

4. Honig, Worcestersauce und Gewürze untermischen.

5. Sauce etwa auf die Hälfte einkochen lassen.

6. Zum Schluss gehackte Petersilie dazugeben.

7. In Gläser abfüllen und kühl lagern.

BURGER PATTIES:

Fleisch Wagyu Rind (faschiert, Bio-Wagyu vom Hofer)

1. In Form drücken und rosa braten.

2. Mit Steak Nr. 66 (Spiceworld) würzen – aber mit Vorsicht!!

DAMIT WIRD’S RICHTIG GUT:

Salat (gemischt), Tomaten, Zwiebeln (roh oder karamelisiert), Heumilch-Käse, …


Das Video dazu gibt’s unter diesem LINK.

Und nie vergessen: Weil gemeinsam kochen und essen einfach mehr Spaß macht!





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Rösti mit Räucherforelle und Zitronen-Sauerrahm

FoodPosted by Admin Sat, June 17, 2017 19:25:11


Wieso an einem schönen Tag stundenlang in der Küche stehen? Lieber richtig einfach und schnell kochen: Eine geräucherte Lachsforelle im Ganzen von Pichlers Forellenräucherei in Schneizlreuth auf einem knusprigen Rösti mit einer frischen Zitronen-Sauerrahm-Sauce. Und nicht zu vergessen: der frische Spinat. Vom Garten. Perfekt für den Sommer.

Hier sind die Zutaten für 2-3 Personen:

1 Räucher-Lachsforelle

500g Kartoffeln

2 Eier

30g Mehl

Salz, Pfeffer

Petersilie

neutrales Öl zum Frittieren


Die Kartoffeln waschen, schälen und in Raspeln schneiden. Danach die Eier, Mehl, Gewürze und gehackte Petersilie dazu geben. Gut Öl in eine Pfanne geben und erhitzen.

Anschließend die Kartoffeln zu Portionen formen, ins Öl legen und flach drücken. Bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Danach auf ein Küchenpapier zum Abtropfen legen.

Für die Sauce 75g Sauerrahm, Schale einer halben Zitrone, Fleur de Sel und Pfeffer verrühren. Danach den Fisch filetieren, auf das Rösti legen und Sauce und etwas jungem Spinat darauf verteilen.

TIPP: Ein Glas Weißwein passt super dazu!



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1 Jahr GOURMEET ME - Geburtstags-Cupcake

Desserts & SweetsPosted by Admin Sun, June 11, 2017 11:45:29


>>> WIR FEIERN EIN JAHR GOURMEET ME! <<<

Letzten Juni, genau am Vatertag, sind wir offiziell online gegangen. Im vergangenen Jahr haben wir viel erlebt, gesehen und darüber berichtet. Deshalb insbesondere Danke an unsere Interview-Partner:

- Christina Steindl – von Anfang an mit dabei!

- Martin Studeny – er hat den Patisserie-Himmel nach Salzburg gebracht

- Matthias Mittermeier – begnadeter Patissier, Skulpteur, … und Seminarleiter des Pfersich Trend-Forum

- Stefan Glantschnig – Junger Wilder 2017 und Küchenchef Waldhof Resort

- Wilhelm Pichler – Gewürz-Guru und Inhaber der Salzburger Spiceworld

- Leo Gradl – Grillweltmeister und Inhaber Leos Grillschule

Ohne euch wäre kein einziger dieser Beiträge möglich gewesen – daher ein großes DANKE an euch!
Wir danken auch unseren Partnern Nesmuk, Qimiq und der Wilden Kaiserin. VIELEN DANK! Und natürlich Danke an Daniel Traunfellner für die wundervollen Fotos und an Hannes Dersch für die genialen Filme. Wir freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit euch und auf viele weitere Jahre. Die nächsten Beiträge sind übrigens schon in Planung. ;)

Rhabarber-Cupcakes mit Meringue

2 Eier

90g Staubzucker

1 Vanillezucker

etwas Rum und Salz

140g Mehl

½ Pkg. Backpulver

70ml neutrales Öl

70g Erdbeer-Joghurt

120g Rhabarber

1. Backofen auf 175 °C vorheizen.

2. Eier, Zucker und Geschmackszutaten schaumig schlagen.

3. Inzwischen den Rhabarber waschen, gegebenenfalls schälen und klein schneiden.

4. Zur Eiermasse Öl und Joghurt geben und verrühren.

5. Mehl und Backpulver untermischen. Rhabarber zum Teig geben.

6. Teig in die Muffin-Förmchen geben und ca. 15 Minuten backen.


Für die Meringue

50g Eiweiß

150g Kristallzucker

40g Wasser

1. Zucker und Wasser in einem Topf auf 118 °C erhitzen (Thermometer verwenden).

2. Eiweiß aufschlagen und den Zucker dazu geben.

3. Weiterschlagen bis der Eischnee etwa 50 °C erreicht hat.

4. Dann in einen Spritzbeutel füllen und die Muffins damit verzieren.

TIPP: Vor dem Verzehr mit Feuer abflämmen!



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Leos Grillschule

Gourmeet me meets youPosted by Admin Thu, May 25, 2017 18:04:16

Beef Table Dance – heißer geht’s nicht. Beim Grillkurs von Leo Gradl erhält man Tipps und Tricks vom Weltmeister persönlich. Vom Anzünden bis zum richtigen Finish der verschiedenen Fleischstücke, der Profi erzählt amüsant und interessant von seiner Grilltechnik – die ihn immerhin den ein oder anderen Titel holen lies. Wir haben uns den Grillkurs mit dem ultimativen Fleischtasting für euch näher angesehen.

Österreich gegen den Rest der Welt

Klingt ein wenig brutal, war aber durchaus so: Die Kalbin vom Nachbarn (Fam. Schönberger vom Würzenberg in Bad Kreuzen) trat gegen die Txogitxu, eine selektierte 13 Jahre alte Kuh aus Galizienz Hochlagen in Spanien, und gegen Beiried aus Australien, Uruguay und Argentinien an. Nun aber ganz zum Anfang. Das Debut gaben Sous-Vide gegarte Ripperl (63-65°C, 1-2 Tage) indirekt gegrillt, die Marinade für diese hält Leo in einer Sprühflasche bereit. „Wenn man die Marinade aus Balsamessig, Whiskey und braunem Zucker mit einem Pinsel auf das Fleisch streicht, kann sie durch Bakterien sauer werden. In einer sterilen Sprühflasche passiert mir das nicht“, lässt der Profi wissen, „Außerdem kann man die Marinade dann für den ganzen Sommer verwenden. Einfach immer gut kühlen und sauber arbeiten.“
Auf die Wahnsinns-Ripperl folgten Dry-Aged-Beefpralinen vom Zedernbrett. Leo mischt für dieses Rezept das Faschierte von der Dry-Aged-Tomahawkrippe mit seinem Basisgewürz (Erklärung dazu gibt’s später), wickelt die Fleischbällchen in Speck ein und setzt eines nach dem anderen auf ein genässtes Zedernholzbrett. „Wir wollen den Fleischgeschmack ja nur unterstreichen und nicht erschlagen.“ Auf der Holzplanke bekommen die Beefpralinen ein süßliches Raucharoma nach Zedern, diese Note übertönt aber nicht den einzigartigen Geschmack des Fleisches der zweijährigen Kalbin vom Würzenberg. Wer sich jetzt in der Zwischenzeit fragt, was den dieses supercoole und trendige Wort „Dry-Aged“ eigentlich heißt, hier ist die Antwort: Nach der Schlachtung des Tieres wird das Fleisch trocken gereift und hat eine mehrwöchige Lagerungsdauer. Es geht hier also um die Fleischreifung an sich, wenn man von „Dry-Aged“ spricht. In Leos Fall war die Kalbin sechs Wochen lang in seiner Schatzkammer und konnte bei null bis ein Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von achtzig Prozent kontrolliert reifen. So bekommt das Fleisch einen leicht nussigen Geschmack. Beim „Beef Table Dance“ ging es mit einem gefüllten Markknochen vom Grill, mit dem Leo übrigens mit seinem Team „Austria BBQ Crew“ bei der Europameisterschaft 2016 in Bremen die Kategorie Homelandcooking gewonnen hat, und einem angegrillten Carpaccio weiter. Wie der Grillexperte jetzt sagen würde: „Achtung, Gaumenaquaplaning-Gefahr!“


Warum Fett super ist

Fett hat nicht den allerbesten Ruf. Vor allem in Diätplänen ist der Geschmacksverstärker oft verpönt und vom Speiseplan gestrichen worden. Fett kann aber viel mehr als nur fett machen. Beim Fleisch dient es zum Beispiel als Wärmeleiter und macht das Bratstück schön saftig. Fakt ist: Desto ausgeprägter die Marmorierung (intramuskuläres Fett) eines Fleisches, desto besser der Geschmack und die Zartheit. Auch beim Grillen gibt es einige Regeln, an die man sich besser halten sollte. „Wenn man das Fett vor dem Grillen herunterschneidet“, erklärt uns Leo, „ist das ein Drama.“ Warum er das sagt? Weil dann das Fleisch schlicht und einfach trocken wird. Der Grill-Weltmeister ölt seinen Steak-Rost entweder mit einer ölgetränkten Zwiebel wenn das Stück wenig Fett hat - oder eben mit der Fettauflage am Steak selbst. Das bringt Aroma und eine bessere Hitzeübertragung. „Und der Rost lässt sich dann später leichter putzen“, lacht Leo. Bevor man das Fleisch dann auf das Steakeisen legt, muss dieses richtig heiß sein. Insidertipp: Wenn der Rost hellgrau wird, hat er die richtige Temperatur. Dann kann‘s auch schon losgehen.


Was macht das perfekte Steak aus?

Nein, wir sprechen jetzt nicht von der perfekten Zubereitung. Jetzt geht es um viel Wichtigeres: Die Herkunft. Eigentlich war das ja das Hauptthema des Grillkurses, sich einmal um die Welt zu kosten und seinen Liebling zu finden. Wo gibt es jetzt also das beste Fleisch der Welt?
Überall und nirgends, bei qualitativ hochwertigem Fleisch geht es um das Tier. „Ich bin grundsätzlich ein Fan von regionalen Produkten, ich möchte die Landschaftspfleger unterstützen“, beschreibt Leo seine Philosophie. Er selbst verarbeitet auch gerne das ganze Tier, dahinter steckt eine geniale Idee: Der Grill-Profi möchte das Fleisch von Tieren nach seinen Vorstellungen. Die ideale Rasse gefüttert mit hochwertigem Futter, auch diese zwei Aspekte entscheiden über den Geschmack. Dafür muss er dem Landwirt dann aber auch das ganze Rind abnehmen und nicht nur die edelsten Teile. „Der Respekt vor dem Lebensmittel ist das Wichtigste“, sagt Leo. Und die Wertschätzung gegenüber dem Produkt ist eben nur dann gegeben, wenn man mit jedem Teil des Tieres umgehen kann – nicht nur mit dem Filet.
Das bringt uns auch gleich zum nächsten Punkt: Wie alt darf das Tier bei der Schlachtung sein? Gegenüber stehen sich die Kalbin – 2 Jahre – und die alte Kuh – 13 Jahre. „Natürlich ist die perfekt marmorierte alte Kuh nicht ganz so zart, sie hat aber einen einzigartigen, buttrigen Geschmack, den Liebhaber sehr schätzen“, weiß der Grillweltmeister. Wir würden übrigens sogar die alte Kuh vorziehen, die hat einfach toll geschmeckt. Auf den Grill kamen dann auch noch Steaks aus Australien, Uruguay und Argentinien – und alle haben gegrillt anders geschmeckt, werden aber identisch mit Leos Basisgewürz zubereitet. „Das braucht nicht viel, dann pfeift‘s scho“, lacht Leo.

Wie Weltmeister würzen

Die Frage, die nicht nur Profis am Grill beschäftigt: Vorher oder nachher würzen? „Ich bin ein Fan von vorher würzen“, sagt Leo, „Wenn das Fleisch schwitzt, hat es ohnehin mehr Geschmack.“ Normal gibt es auch nicht weniger oder mehr Gewichtsverlust, wenn man vorher die Gewürze zum Fleisch gibt. Mit was genau würzt der Weltmeister aber jetzt? Eigentlich ist das Ganze eine recht simple Sache mit viel Wirkung. Natursalz, Rosmarin, Thymian, Salbei, Pfeffer und Pfefferbeeren reichen für das Basisgewürz. Natürlich kann man diese noch mit anderen Zutaten verfeinern. „Beim Grillen ist alles erlaubt, was einem gefällt“, lacht Leo, „Ohne ausprobieren und experimentieren läuft hier gar nichts.“
Und wer keine Zeit oder Lust hat: Auch hier hat Willi von der Spiceworld wieder seine Finger im Spiel. Nach Leos Anleitung hat er die Gewürze konzipiert und verkaufstauglich gemacht. Mittlerweile haben sich zum Basisgewürz weitere Gewürz-Spezialitäten gesellt, erhältlich sind diese bei der Grillschule selbst oder bei der Spiceworld in Salzburg.

Dennoch wollen wir euch das Rezept nicht vorenthalten, selbst mörsern macht immerhin mehr Spaß.

Leos Basisgewürz

„Am Anfang war das Feuer ... und dann kam schon der Mörser!“

5 EL Natursalz – grob
1 TL frische Rosmarinnadeln - grob gehackt
1 TL frischer Thymian - ohne Stiel
1 TL frischer Salbei - grob gehackt
½ TL grüne Pfefferkörner
1 EL schwarze Pfefferkörner
½ TL rosa Pfefferbeeren

Das Basisgewürz für Steaks nur grob mörsern und für Beilagen etwas feiner mörsern.
Diese einfache Basis lässt sich zum Beispiel mit Chili, Kreuzkümmel, Paprika usw. je nach Anwendung unendlich ergänzen.

Leo und Grillen: Wie lange gehen die beiden schon einen gemeinsamen Weg?

Vom Haubenkoch zum Grillweltmeister – Leo Gradl war viele Jahre in den Spitzenküchen Tirols tätig und führte selbst eigene Restaurants, wo er dann auch seine Leidenschaft zum Grillen entdeckte. Seit mittlerweile über zehn Jahren arbeitet er mit der Firma Weber zusammen und hält Grillkurse ab, Leos neue Location für die Grillschule im Stillen Tal ist in Bau. Natürlich macht er das nicht alles alleine. Seine rechte Hand und Lebensgefährtin Kerstin kümmert sich darum, dass alles im Hintergrund rund läuft. An dieser Stelle müssen wir ihr echt ein Lob aussprechen, ohne sie wäre Leo wahrscheinlich wesentlich schlechter dran. Und natürlich wollen wir uns auch herzlich bei euch bedanken, dass wir euch auf der Speck-Alm in Bad Kreuzen besuchen durften.
Wer jetzt neugierig geworden ist, findet weitere Informationen zu Leos Grillschule auf der Webseite oder verfolgt weiterhin unseren Blog. Wir lassen den Grillprofi so schnell nicht mehr aus den Augen.

www.leos-grillschule.at





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