Gourmeet me

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Unser kulinarisches Projekt

Gourmet sein kann jeder. Doch am meisten Spaß macht das, wenn Mann oder Frau diese Leidenschaft mit jemandem teilen kann. Daher wollen wir euch zeigen, wie einfach kochen ist. Klingt eigentlich ganz leicht oder? Kochen ist aber weitaus mehr als nur etwas in einen Topf oder eine Pfanne werfen. Lebensmittel zu verarbeiten hat sehr viel mit einem Handwerk der Sinne zu tun - Man schmeckt, riecht, sieht, hört und tastet. Und wenn man dieses Gefühl nun mit jemandem teilt, macht das die ganze Sache umso spannender. Daher begeben wir uns mit euch auf eine Reise der Kulinarik - Mit vielen interessanten Themen, Persönlichkeiten und Rezepten.

Gewürztour mit Willi Pichler

Gourmeet me meets youPosted by Admin Tue, April 25, 2017 10:33:15


€ 1.000 Budget und eine geniale Idee – eine Gewürztour mit Willi Pichler

„Fünf Jahre lang war ich eine One-Man-Show“, lacht Willi Pichler, während er uns durch die schmalen Gänge seines Gewürzlagers führt. Ein Behälter mit Gewürzen reiht sich hier an den anderen, ungewöhnliche Produkte wie etwa Sumachfrüchte oder gewalzte Tomatenflocken befinden sich unter ihnen. Am Ende des Ganges befindet sich Willis Büro – eine Wand voller Gewürzdosen sticht sofort ins Auge. Dort erzählt der Salzburger Gewürz-Guru bodenständig und unglaublich sympathisch von seinen Anfängen als Gewürzhändler, seinen Produkten und der Philosophie hinter seiner Spiceworld.


Bäcker – Wirt – Gewürzhändler

In einer Garage in Oberalm gründete Willi seine Gewürzmanufaktur. Damals hat er mit 14 verschiedenen Kräutern aus Thüringen begonnen, den Majoran bezieht er beispielweise heute noch von dort. „Ich bin ein loyaler Kunde gegenüber meinen Produzenten. Viele Lieferanten vom ersten Tag beliefern mich jetzt auch noch“, erzählt Willi. Über die Jahre sind auch viele seiner Kunden Freunde von ihm geworden, man würde einfach zusammenwachsen. Trotzdem war es auch bei Willi nicht von Anfang an klar, wohin seine Reise geht. „Ich war schon manchmal kurz davor, dass ich aufhören musste. Aber dann funktionierte es doch irgendwie“, schmunzelt er. Vor mittlerweile über zehn Jahren gründeten Astrid und Willi Pichler die Spiceworld – die Manufaktur ist zu einer Salzburger Institution für Gewürze aller Art geworden.


Gewürze aus aller Welt

„Früher wie heute muss es bei jedem Produkt einfach Bam machen – dann gibt es das bei mir“, erzählt Willi sein Geheimrezept. Er holt einen Plastikkübel mit Limettenblättern aus Thailand, öffnet ihn. Der Geruch ist einzigartig, die Qualität der Produkte spricht für die Manufaktur. „Die grüne Farbe bleibt, weil die Blätter im dunklen getrocknet werden“, erzählt der Salzburger. Auch sein Wissen über die Gewürze ist unglaublich, er habe es sich über die Jahre angeeignet. „In einem Buch findest du so etwas nicht, das ist alles Erfahrung“, lacht Willi. Auch bei einigen seiner Lieferanten war er schon selbst, um sich ein Bild zu machen. „Den Urlaub planen wir meist dorthin, wo einige der Lieferanten sind“, schmunzelt er.


Geschmack: Ein Bild im Kopf

Neben Reingewürzen findet man bei der Spiceworld auch Mischungen. „Mir ist der Einkaufspreis egal, die Qualität der Gewürze muss stimmen“, erklärt Willi. Den Einkauf regelt er noch selbst, alles vor dem Vorhang übernimmt seine rechte Hand und langjähriger Mitarbeiter Lukas. „Wir bezahlen unseren Lieferanten immer mehr für den Kilopreis, so können diese auch gut davon leben“, meint der Gewürz-Guru. Dabei hat er für seine Gewürzmischung BBQ Mediterran drei Jahre und zirka 48.000 Testversuche gebraucht. Jetzt stimmt die Rezeptur aber: 21 Gewürze machen die Mischung zu einem der Verkaufsschlager der Spiceworld. Darüber hinaus ist Geschmack für ihn immer ein Bild im Kopf. „Einfacher kann man es eigentlich nicht machen. Ich mische verschiedene Gewürze, verkoste und wiege sie dann.“


Spitzengastronomie und Top-Köche

Mike Süsser, Jörg Bruch oder Grillweltmeister Leo Gradl – das sind nur einige namhafte Köche, die bei Willi ein und aus gehen. Er selbst nimmt sich Zeit für seine Kunden, kreiert mit ihnen die perfekte Mischung und lernt von ihnen. „Zum Schluss soll immer ein Top-Ergebnis stehen. Ich kann auch nicht alles, dann hole ich mir einfach einen anderen Freak dazu“, meint der Salzburger. Dabei möchte er mit seinem Unternehmen immer freaky bleiben. Alles so zu machen, wie die anderen, ist nichts für ihn. „Freaky und spicy geht nur mit einem kleinem Unternehmen“, erklärt Willi. In nächster Zeit steht ein Umbau im Salzburger Lager an, ein weiteres Stockwerk kommt zur Spiceworld dazu. „Dann reicht es aber“, lacht der Gewürz-Guru.

Zum Schluss noch unsere Favoriten von der Gewürz-Verkostung:

Majoran: Unbedingt warm machen, dann kommt der Geschmack. Getrocknet und kalt ist er tot.

Bohnenkraut: Der Pfeffer der armen Leute im Mittelalter.

Rote Beete gemahlen: Wunderbar süß. Färbt extrem.

Muskatblüte: Bei guter Qualität dottergelb – bei der Muskatnuss gilt: Je kleiner und heller desto besser.

Tomatenflocken: 100% Tomate – 13,9 Kilogramm des Gemüses bringen 1 Kilogramm gewalzte Flocken. Das ist der Wahnsinn.

Gewürzmischung „Bulls Pfeffersteak“: Eines von Willis „Überbabies“ – muss man einfach kosten. „Wenn das zu Hause ausgeht, wird auch der Chef nervös!“

Tonkabohne: Kein Vanilleersatz, schmeckt nach Marzipan. Kommt bei der Spiceworld aus Brasilien.

Und Safran: Der ist bei Willi unter Verschluss und gut versteckt. „Das ist der Negin Safran, das ist der Rolls-Royce unter den Gewürzen.“

DANKE an dich Willi für die amüsante und informative Tour durch dein Lager – und für deine Zeit, all unsere Fragen zu beantworten. Bei der Verkostung waren dabei: Daniel Traunfellner, Petra Hauser, Stefan Glantschnig, Markus Feyersinger und Xandi Embacher.





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